Altersvorsorgepflicht für Selbständige

was macht mehr Sinn?

Gesetzliche Rentenversicherung (GRV) oder Rürup Rente?

Im Koalitionsvertrag zwischen unserer aktuellen Regierung der CDU/CSU und der SPD ist es bereits beschlossene Sache:

Die Altersvorsorgepflicht für Selbständige kommt!

Die Frage ist nur wann?! Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD)  hatte bereits im April 2019 einen Gesetzesentwurf bis Ende 2019 zugesichert - dieser wurde jedoch mittlerweile auf unbestimmte Zeit verschoben.

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wen betrifft die geplante Altersvorsorgepflicht?

 

Die Pflicht zur Altersvorsorge soll diejenigen Selbständigen betreffen, die nicht schon verpflichtend in berufsständische Versorgungswerke Beiträge zur Altersversorgung leisten müssen (z.B. Ärzte, Apotheker, Rechtsanwälte, usw ..) Betroffen wären demnach aktuell rund 3 Millionen Selbständige!

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) beauftragte das Institute of Labor Economics (IZA), die Entwicklung der Selbständigen in Deutschland zu analysieren. Aktuell gibt es laut dieser Studie der IZA ca. 4 Millionen Selbständige in Deutschland, dabei wird zwischen Solo-Selbständigen unterschieden und Selbständigen mit Mitarbeitern. Die Zahl der Solo-Selbständigen, stieg seit Anfang der 2000er gegenüber den Selbständigen mit Mitarbeitern deutlich an.  Aufgabe der Studie war unter anderem herauszufinden, wie hoch das Brutto bzw. Nettoeinkommen ist und wie viele Selbständige bereits Altersvorsorge betreiben - gemessen am Haushaltsnettoeinkommen.

Aus der Grafik lässt sich erkennen, dass Solo Selbständige im Schnitt über ein deutlich geringeres Brutto-/Nettoeinkommen verfügen, gegenüber diejenigen mit Beschäftigten und auch normalen Arbeitnehmern. Eine logische Konsequenz daraus ist - wie man auch in der 2. Grafik entnehmen kann - dass mit über 65% ein sehr hoher Anteil der Solo Selbständigen überhaupt keine Vermögensbildung betreiben (können). Doch auch die andere Gruppe der Selbständigen bringen in der Mehrzahl keine monatlichen Raten für den Altersvorsorgeaufbau auf.

Aus diesem Grund setzt sich die SPD in der aktuellen Koalition für eine Einführung einer Altersvorsorgepflicht für Selbständige ein, da diese Gruppe stark gefährdet ist für eine spätere Altersarmut.

 

Möglichkeiten bei der Altersvorsorgepflicht

Doch welche Möglichkeiten haben Selbständige - stand heute - neben der gesetzlichen Rentenversicherung? Anders als in früheren Debatten, spricht man heute nicht mehr von einer Rentenversicherungspflicht für Selbständige, sondern von einer Altersvorsorgepflicht. Das bedeutet, dass Selbständige nicht "gezwungen" werden, in das System der gesetzlichen Rentenversicherung einzuzahlen, sondern eine sogenannte Opt-Out Möglichkeit haben, bei der sie in ähnliche Versorgungen sparen können.

Die als aktuell wahrscheinlich einzige akzeptierte Alternative wäre dann die Rürup Rente - oder auch Basis Rente genannt - denn diese kommt der gesetzlichen Rentenversicherung am nähesten.

Der Gesetzgeber fordert vor allem folgende Anforderungen an eine geeignete Altersvorsorge:

- es ist nur eine lebenslange Rente möglich

- es ist keine einmalige Kapitalisierung möglich

- die Altersvorsorge ist nicht kündbar / veräußerbar / übertragbar / vererbbar

​​

 

Unterschied Gesetzliche Rentenversicherung und Rürup Rente

Die beiden Systeme zur Sicherung der Altersvorsorge unterscheiden sich besonders in der Finanzierung dieser.

 

Bei der gesetzlichen Rentenversicherung gibt es das sogenannte Umlageverfahren - das bedeutet, dass die Beitragszahler unmittelbar die laufenden Renten der Rentner finanzieren. Durch den demografischen Wandel (das Verhältnis der Rentner im Vergleich zu den aktuellen Beitragszahlern wächst stetig an) kommt dieses System immer mehr ins Wanken.

 

WICHTIGE PUNKTE ZUR GESETZLICHEN RENTENVERSICHERUNG!

 

1. Anlage der Beiträge und Höhe der Rente

 

Du hast keinen Einfluss auf die Rendite deiner eingezahlten Beiträge, sowie auf die garantierte Höhe deiner Rente! Du erhältst durch deine gezahlten Beiträge Entgeltpunkte, die mit einem aktuellen Rentenfaktor multipliziert werden - beide Parameter werden laufend angepasst. Die gesetzliche Rentenversicherung zahlt bei Arbeitnehmern eine Rente auf das bisherige Bruttoeinkommen. Wie hoch diese sein wird, ist heute noch nicht definiert und garantiert! Das aktuelle Rentenniveau liegt bei ca. 48% - das heißt Arbeitnehmer, die heute in Rente gehen, bekommen ca. 48% ihres Bruttoeinkommens als Rente (Brutto - vor Steuer / Sozialversicherung). Während dies in 2000 noch rund 53% betrug, soll dies in 2030 voraussichtlich nur noch bei ca. 44% liegen - Tendenz weiter sinkend! Dies trifft natürlich dann auch für Selbständige zu, die freiwillig in die GRV einzahlen!

2. Leistung im Todesfall

 

Im Todesfall hat der Hinterbliebene (z.B. der Ehepartner) nur in den ersten 3 Monaten Anspruch auf die volle Rente, die der Verstorbene bezogen hat. Danach reduziert sich die Rente auf 55-60% - die große Witwenrente. Sollte der Verstorbene noch keine gesetzliche Rente erhalten haben, bemisst sich die Rente lediglich auf die volle Erwerbsminderungsrente! Sollte der Hinterbliebene außerdem noch ein Einkommen haben, das über bestimmte Freigrenzen liegt, wird die Witwenrente um den darüber liegenden Teil um 40% gekürzt!

Bei der Rürup Rente kommt das Kapitaldeckungsverfahren zum Tragen - die Beiträge werden nicht wie in der GRV direkt zum finanzieren der aktuellen Renten hergezogen, sondern werden vom Versicherer angelegt - klassisch mit einer Garantieverzinsung und Überschüssen oder besser und für die Zukunft alternativlos: in (Aktien-)Fonds!

WICHTIGE PUNKTE ZUR RÜRUP RENTE!

 

1. Anlage der Beiträge und Höhe der Rente

 

Du kannst frei entscheiden, wie die Beiträge angelegt werden sollen und kannst dies auch weiterhin aktiv während der Ansparphase entscheiden und ändern! Du hast damit vollen Einfluss auf die Rendite deiner eingezahlten Beiträge! Der Versicherer sichert dir zudem bereits bei Abschluss einen sogenannten Rentengarantiefaktor zu! Es wird also klar festgelegt, wie viel monatliche Rente garantiert pro 10.000 EUR Guthaben mindestens ausgezahlt werden!

2. Leistung im Todesfall

 

Im Todesfall erhält der Hinterbliebene die volle Rente, solange die Rentengarantiezeit noch nicht abgelaufen ist, bzw. das Kapital, das zum Rentenbeginn zur Verfügung stand noch nicht aufgebraucht ist. Hat der Verstorbene noch keine Rente erhalten, wird aus dem bestehenden Guthaben eine Rente gebildet. Die Rente wird - im Gegensatz zur gesetzlichen Rente - unabhängig vom Einkommen des Hinterbliebenen gezahlt!

Aufgrund den oben genannten Gründen empfehle ich defintiv, als Selbständiger die Rürup Rente der gesetzlichen Rentenversicherung vorzuziehen, da ich als Beitragszahler Einfluss auf die Anlage und Entwicklung der Beiträge / des Vertragsguthabens habe und eine garantierte Rente auf das Guthaben zugesichert bekomme! Außerdem erhält der Hinterbliebene im Todesfall in den meisten Fällen deutlich mehr Rente als bei der gesetzlichen Rentenversicherung!

Rürup Rente - auf was du achten solltest!

 

Jetzt stellt sich nur noch die Frage: Bei welcher Gesellschaft schließe ich eine solche Rürup Rente ab? Welche Rürup Rente ist die "beste"? Nahezu jede Gesellschaft bietet eine Rürup Rente an. Wie diese sich unterscheiden erfährst du jetzt!

1. Produktkosten

Definitiv einer der wichtigsten Punkte. Jede Gesellschaft erhebt Abschluss- und Vertriebskosten, sowie laufende Kosten für die Verwaltung des Vertrages. Da die Gesellschaften bei den Verwaltungskosten freien Spielraum haben, können  sich diese von Versicherer zu Versicherer deutlich unterscheiden! Lediglich die Abschluss- und Vertriebskosten wurden gesetzlich auf maximal 2,5% der Beitragssumme festgelegt.

WICHTIG: Auch auf die einmaligen Kosten bei einer Zuzahlung achten!

2. Todesfall in der Rentenbezugsphase

Da bei der Rürup Rente im Erlebensfall keine einmalige Kapitalauszahlung möglich ist, ist dies auch im Todesfall an die berechtigten Erben nicht möglich. Die Versicherer unterscheiden 2 mögliche Varianten:

     - Rentengarantiezeit (RGZ): Bei der Rentengarantiezeit vereinbart man mit dem Versicherer, wie lang dieser mindestens die Rente in der Rentenbezugsphase (in der Regel ab 67 Jahren) zahlt - egal ob der Versicherungsnehmer noch lebt oder schon gestorben ist. Beispiel: Der VN hat eine RGZ von 20 Jahren abgeschlossen. Mit 67 erhält er erstmals seine Rente und verstirbt nach 5 Jahren. Der Versicherer ist dann verpflichtet, noch 15 Jahre lang die Rente an die berechtigten Hinterbliebenen (z.B. Ehefrau) auszuzahlen. Nach 20 Jahren endet dann die Zahlung, unabhängig davon, ob das Vertragsguthaben, das zum Rentenbeginn zur Verfügung stand, schon gesamt als Rente ausgezahlt worden ist oder nicht!

     - Restkapitalabfindung: Als weitere Möglichkeit gibt es noch die sogenannte Restkapitalabfindung. Ist diese vereinbart, wird das Kapital - das zum Rentenbeginn zur Verfügung stand - abzüglich bereits gezahlter Renten - an die berechtigten Hinterbliebenen in Form einer Rente ausgezahlt. Es wird somit immer das komplette Restkapital vererbt - jedoch zu dann gültigen Rechnungsgrundlagen!

WICHTIG: Die Rentengarantiezeit sollte so lang wie möglich abgeschlossen werden, um Verluste für die Hinterbliebenen zu vermeiden bzw. zu reduzieren, da es bei niedrigen RGZ passieren kann, dass weniger Renten ausgezahlt werden, als Kapital zum Rentenbeginn zur Verfügung stand!

3. Rentengarantiefaktor (RGF)

Der Rentengarantiefaktor sagt aus, wie hoch die garantierte monatliche Rente pro 10.000 EUR Vertragsguthaben ist. Dieser Faktor sollte so natürlich hoch wie möglich sein.

ACHTUNG: Der Rentengarantiefaktor kann stark in der Höhe varieren - auch innerhalb einer Gesellschaft -  je nachdem, wie die Todesfallleistung während der Rentenbezugszeit ausgestaltet ist! Je höher die Rentengarantiezeit vereinbart ist, desto niedriger wird auch der Rentengarantiefaktor, da die Versicherung im Todesfall die Rente dementsprechend länger zahlen muss! Oder anders rum gesagt: je niedriger die Rentengarantiezeit, desto höher auch der Rentengarantiefaktor!

4. Anlageform

Es gibt viele verschiedene Anlageformen für eine Rürup Rente:

- 100% klassisch mit einer Garantieverzinsung und Überschussbeteiligung

- klassisch mit Indexbeteiligung

- fondsgebunden mit Beitragsgarantie

- 100% fondsgebunden

Langfristig gesehen machen nur noch Tarife mit 100% Fondsanlage Sinn, da alle anderen Modelle aufgrund der anhaltenden Niedrigzinsphase zu wenig Ertrag abwerfen!

 

5. Fondskosten / Fondsauswahl

Auch hier gibt es große Unterschiede. Wie groß ist die Auswahl an Fonds - vor allem an ETFs? Gibt es nur teure aktiv gemanagte Fonds oder auch passiv gemanagte Fonds (ETFs), die in der Praxis deutlich besser performen als vergleichbare aktiv gemanagte Fonds? Denn für die Verwaltung der Fonds erheben die Gesellschaften auch jährliche Verwaltungskosten (TER) - diese sind bei aktiv gemanagten Fonds wie von Union, Deka, DWS und Co. deutlich höher als bei ETFs und trotzdem ist es den aktiv gemanagten Fonds nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen in der Regel auf Dauer nicht möglich, den Vergleichsindex (ETF) zu schlagen.

Rürup Rente - Anbietervergleich

 

Welche ist die "beste" Rürup Rente am Markt? Um es dir einfacher zu machen, habe ich als unabhängiger Finanzberater die gängigen Anbieter für eine Rürup Rente gegenübergestellt, die eine Rürup Rente ohne jegliche Garantien anbieten, um herauszufinden, welcher Tarif ingesamt die eventuell besten Rahmenbedingungen bietet. Sollte eine Gesellschaft nicht dabei sein, die du gerne gegenübergestellt bekommen haben möchtest, melde dich einfach bei mir. Der Vergleich beinhaltet nicht alle Gesellschaften, die eine Rürup Rente anbieten, sondern es ist lediglich eine Auswahl, die meiner Meinung nach die wichtigsten Gesellschaften darstellt. Bei einer fehlenden Gesellschaft kann es auch daran liegen, dass diese gar keine reine fondsgebundene Rürup Rente anbietet!

 

Ausgangslage ist folgende:

 

- 32-jährige selbständige Person,

- Laufzeit 35 Jahre

- Beitrag 500 EUR monatlich

- Anlage 100% in Fonds

- Anlage weltweit in Aktien / MSCI World oder - falls nicht möglich - in einen vergleichbaren Aktienfonds

- angenommene Wertentwicklung vor Kosten 6% jährlich

- Rentengarantiezeit 20 Jahre

- Überschusssystem dynamische Bonusrente in der Rentenphase

Stand 08/2020

Wenn man eine Rürup Rente abschließen möchte, sollte man darauf achten, dass diese keinerlei Garantien beinhaltet (z.B. Beitragsgarantie, Indexbeteiligungen), da diese heutzutage lediglich Rendite kosten. Der Tarif sollte bestenfalls immer zu 100% fondsgebunden sein, bei dem man die Fondsanlage frei wählen kann!

Analysiert wurden die Rürup Renten folgender Gesellschaften:

- Allianz

- Alte Leipziger

- AXA

- Condor

- Continentale

- ERGO

- Generali Deutschland Lebensversicherung / ehemalig AachenMünchener Lebensversicherung

- LV1871

- myLife

- Nürnberger

- Universa

- Volkswohl Bund

- Württembergische

- WWK

- Zurich

Im ersten Schritt wurden die einzelnen Kostenparameter analysiert (Produktkosten - Fondskosten - ggf. Honorarkosten - Kosten Zuzahlung). Die Gesamtkosten geben die durchschnittlichen Effektivkosten pro Jahr wieder. Bei einer Wertentwicklung von 6% und einer beispielhaften Gesamtkostenbelastung von 1,5% kommen im Vertrag 4,5% effektiv an (Effektivrendite).  Durch die Effektivrendite errechnet sich dann auch das mögliche Kapital bei Ablauf.

Je niedriger die Gesamtkostenbelastung, desto mehr Kapital steht beim Ablauf zur Verrentung zur Verfügung!

Im zweiten Schritt wurden die garantierten und die möglichen Rentenfaktoren gegenübergestellt. Die möglichen Rentenfaktoren wurden auf Grundlage heutiger Überschüsse erstellt. Diese sind nicht garantiert, sondern sind ein Indikator wie hoch auch in der Zukunft der Rentenfaktor einer bestimmten Gesellschaft im Vergleich zu anderen Gesellschaften liegen kann. Deswegen sollte man den Fokus vor allem auf den garantierten Rentenfaktor legen, denn nur dieser ist wirklich garantiert zum Ablauf des Vertrages!

Die WWK hat in o.g. Beispiel den höchsten RGF mit 28,71 EUR, hat jedoch eine sehr hohe Effektivkostenquote von 2,81%, weswegen diese dann nur eine sehr niedrige garantierte Rente bezogen auf das mögliche Kapital bei Ablauf bildet!

Man sollte also dementsprechend schauen:

 

welche Gesellschaft bietet die beste Kombination aus niedriger Effektivkostenquote und hohem Rentengarantiefaktor? - oder anders herum gesagt: wer hat die höchste garantierte Rente?

Die  höchsten garantierten monatlichen Renten bieten derzeit die Tarife der myLife und der Universa mit 1.566 EUR und 1.513 EUR. Die meisten nachfolgenden Tarife liegen dann recht ähnlich zwischen 1.300 EUR und 1.400 EUR.

Im letzten Schritt sollte man sich noch weitere Faktoren anschauen:

1. Wie hoch ist die maximal mögliche Rentengarantiezeit bzw. noch besser: ist die Variante Kapitalabfindung möglich? Wie reduziert sich der RGF im Verhältnis zur oben angegebenen RGZ von 20 Jahren? Meiner Meinung nach sollte man - wenn möglich - die Kapitalabfindung wählen, da hier der Versicherer verpflichtet ist, das gesamte restliche Guthaben zu verrenten. Selbst bei RGZ von über 30 Jahren ist die garantierte Rentenzahlung niedriger als das zur Verfügung stehende Kapital bei Ablauf. Aus diesem Grund reduziert sich der RGF bei Kapitalabfindung in der Regel stärker im Vergleich zu einer höheren RGZ.

2. Kann man auch passive Fonds (ETFs) auswählen und wie groß ist die Auswahl an ETFs? Die Anlage ist quasi der Motor deiner Altersvorsorge. Eine große Auswahl an ETFs ist für die Anlage essenziell, um auch für die Zukunft auf Marktänderungen reagieren zu können. Sollte in der Zukunft ein anderer Markt / Index eine bessere Prognose haben, als der derzeitige, sollte es möglich sein auch auf diesen zurückgreifen zu können! Es sollten somit so viele verschiedene Märkte / Indizes als ETFs möglich sein!

Auch hier habe ich nochmal eine Übersicht zusammengestellt:

Nachstehend findest du den Vergleich zur besseren Lesbarkeit zum Download:

 

Download - Anbietervergleich Bedingungen

Auch hier zeigt sich wieder, dass die myLife die beste Kombination aus garantierter Rente, sowie möglicher Gesamtrente bei Kapitalabfindung bietet, sowie die größtmögliche Auswahl an ETFs in einer Rürup Rente hat.

Allgemein sollte man sich - unabhängig von einer Gesellschaft - anschauen, wie sich die Rentenfaktoren bei der maximal möglichen RGZ entwickeln. Extrembeispiel ist hier die Zurich mit einer RGZ von 49 Jahren. Dadurch sinkt der garantierte und mögliche Rentenfaktor drastisch. Jedoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Versicherungsnehmer bzw. der Ehegatte 49 Jahre Rente überleben äußerst gering. Die Rente reduziert sich dadurch aber um rund 25-30%! So eine Konstellation würde ich daher nie empfehlen.

Rürup Rente - Fazit

 

..and the Winner is...

myLife Rürup Rente "myLife Basis FGBNK+"

Es gibt defintiv keine "Eierlegende Wollmilchsau". Bei allen oben genannten Rahmenbedingungen erfüllt meiner Meinung nach aber die Rürup Rente der myLife diese am besten. Der Tarif hat eine der geringsten Effektivkosten (inkl. Honorar) am Markt und somit eine der höchsten Vertragswerte bei Ablauf. In Kombination mit dem sehr hohen garantierten, sowie möglichen Rentenfaktor hat sie zudem auch die höchste garantierte Rente, sowie mögliche Gesamtrente. Die myLife bietet mit derzeit 118 ETFs die mit Abstand größte Auswahl an ETF Fonds in einer Rürup Rente an! Somit hat man für die Zukunft (bei Marktänderungen) die größtmögliche Flexibilität. Als weiteren großen Bonus ist es in diesem Tarif möglich, jederzeit die Beiträge, sowie Guthaben frei im Garantie- und Fondsguthaben anzulegen bzw. umzuschichten - wie im Tarif der privaten Rentenversicherung.

Nachfolgendend gibt es weitere sehr gute Tarife mit teilweise Schwächen beim genauen Hinsehen:

Condor

Die Rürup Rente (Tarif "C79") der Condor hat mit ihrem hohen RGF die dritthöchste garantierte Rente in obigem Beispiel! Auch mit ihrer voraussichtlichen Gesamtrente liegt sie ganz vorne mit dabei! Die Gesamtkosten liegen im guten Mittelfeld. Positiv hervorzuheben ist die Möglichkeit der Kapitalabfindung für die Hinterbliebenen, sowie die wirklich sehr große Auswahl an ETFs  (ca. 40 Stück). Auch sind die Kosten für Zuzahlungen im Vergleich günstig. Leider ist der garantierte Rentenfaktor bei der Wahl der Kapitalabfindung sehr niedrig!  Trotz alledem ein absoluter Top Tarif, der auf jeden Fall empfehlenswert ist!

 

Universa

Die Universa bietet mit ihrem Tarif "AufbauRENTE topinvest" aktuell die günstigste Rürup Rente mit der niedrigsten Effektivkostenbelastung am Markt an - richtig gut! Auch der garantierte Rentenfaktor, sowie die daraus resultierende garantierte Rente ist deutlich über dem Marktdurchschnitt! Leider bietet die Universa keine Kapitalabfindung im Todesfall in der Rentenphase an und die maximale RGZ - in o.g. Beispiel - beträgt maximal 19 Jahre - Dies ist deutlich zu niedrig und kann sich im Leistungsfall extrem negativ für die Erben auswirken! Zudem ist die Auswahl an ETFs aktuell sehr eingeschränkt! Aus diesen Gründen aktuell eher nicht empfehlenswert.

​​​Continentale

Die Continentale hat mit ihrer Rürup Rente (Tarif "BRI") einen sehr kostengünstigen Tarif und bietet einen guten RGF. Aktuell kann man zwischen rund 15 verschiedenen ETFs wählen - diese Auswahl ist in Ordnung, ist aber definitiv noch ausbaubar. Als Bonus kann man sich bei der Continentalen mit einem zusätzlichen Beitrag von 3% den aktuellen Rentenfaktor zum Ablauf sichern. Ob dies sinnvoll ist, muss individuell berechnet werden.

Volkswohl Bund

Die Effektivkosten der Rürup Rente (Tarif "BFR") vom Volkswohl Bund liegen im guten Mittelfeld. Der garantierte und der mögliche Rentenfaktor liegen im vorderen Drittel. Mit aktuell 26 ETFs bietet der Volkswohl Bund eine gute Auswahl an einzelnen Indexfonds. Auch in diesem Tarif ist es möglich, gegen Mehrbeitrag den aktuellen Rentenfaktor zu sichern. Insgesamt ein guter Tarif mit leichten Schwächen bei den Kosten.

Nürnberger

Die Nürnberger hat mit ihrer Rürup Rente (Tarif "NFR2928T") aufgrund ihrer sehr geringen Kostenbelastung eine der höchsten Vertragswerte bei Ablauf. Aufgrund des niedrigeren RGF rutscht sie aber leider etwas ins Mittelfeld. In der Betrachtung bei der nicht garantierten Gesamtrente schneidet sie wieder besser ab. Die maximale Rentengarantiezeit beträgt 27 Jahre - dies könnte noch etwas besser sein. Die ETF Auswahl ist mit aktuell 8 Stück noch sehr begrenzt - hier ist Nachholbedarf!

ERGO

Auch die ERGO bietet mit ihrem Tarif "ERGO Rente Balance" eine relativ kostengünstige Rürup Rente an mit guten garantierten und gesamten Rentenfaktoren! Die Gesamtkostenquote liegt im Mittelfeld. Die maximale RGZ von 32 Jahren ist überdurchschnittlich. Die Auswahl an ETFs (aktuell 8 Stück) ist noch deutlich ausbaubar. In diesem Tarif kann man - wie bei dem Tarif der myLife - jederzeit die Beiträge, sowie die Guthaben zwischen Garantie- und Fondsguthaben frei aufteilen und umschichten - top! Die ERGO bietet zudem gegen Mehrbeitrag einen höheren RGF an. Insgesamt ein guter Tarif mit leichten Schwächen!

Zurich

Die Zurich (Tarif "Basis Renteinvest spezial") hat im Marktvergleich eine recht hohe Kostenbelastung in den Produktkosten / im Versicherungsmantel. Besonders die Kosten für Zuzahlungen sind mit 10,3% mehr als doppelt so teuer wie bei manch anderem Anbieter. Nur aufgrund des hohen RGF hat die Zurich noch eine akzeptable garantierte Rente im Vergleich - bei der Gesamtrente aber schon im hinteren Drittel zu finden. Positiv hervorzuheben ist die nahezu frei wählbare RGZ - aber bitte aufpassen: Der RGF reduziert sich dementsprechend drastisch! Mit rund 20 ETFs hat die Zurich bereits eine sehr breite Auswahl an Indizes. Aufgrund der vergleichsweise hohen Kostenbelastung - und trotz des hohen RGF - ist dieser Tarif aktuell meiner Meinung nach eher nicht zu empfehlen!

LV 1871

Die Gesamtkostenquote der Rürup Rente der LV 1871 (Tarif "MeinPlan Basisrente") ist im vorderen Drittel. Aufgrund des eher durchschnittlichen RGF ist der Tarif im Vergleich der garantierten Renten aber im hinteren Mittelfeld. Die nicht garantierte Gesamtrente dagegen ist - nach aktuellem Stand - aber durchaus konkurrenzfähig. Mit rund 40 ETFs hat der Tarif der LV 1871 eine der größten Auswahl für die Anlage - top! Auch die maximale RGZ mit 33 Jahren ist überdurchschnittlich.  Insgesamt ein hochwertiger Tarif mit leichten Schwächen in der Kostenbelastung, sowie beim RGF.

Alte Leipziger

Die Effektivkostenbelastung der Rürup Rente der Alten Leipziger (Tarif "ALfonds Basis") liegt im Mittelfeld. Der garantierte Rentenfaktor ist im Marktvergleich auch sehr niedrig. Aufgrund dieser beiden Punkte schneidet der Tarif in der garantierten Rente auch nur im hinteren Drittel ab. Der mögliche Rentenfaktor dagegen ist sehr gut. Die maximale RGZ von 25 Jahren ist gerade noch so akzeptabel - könnte aber auf jeden Fall höher sein! Mit aktuell rund 45 ETFs zur Auswahl ist die Alte Leipziger richtig gut aufgestellt im Markt. Aufgrund des sehr niedrigen RGF würde ich diesen Tarif aktuell nicht empfehlen!

Allianz

Eigentlich bietet die Allianz mit ihrer Rürup Rente einen ganz guten Tarif. Die Gesamtkostenquote liegt im Mittelfeld. Der mögliche Rentenfaktor ist überdurchschnittlich. Die Auswahl an ETFs ist solide. Restkapitalabfindung für die Hinterbliebenen ist auch wählbar. Jetzt kommt aber der Knackpunkt: Leider ist der garantierte Rentenfaktor mit großem Abstand der niedrigste, was dazu führt, dass die garantierte Rente der Allianz weit abgeschlagen auf dem letzten Platz liegt! Aus diesem Grund kann ich die Rürup Rente  "Allianz Invest Flex" daher nicht empfehlen. Der garantierte Rentenfaktor sollte - wie bereits erläutert - so hoch wie möglich sein, da ich einfach nicht wissen kann, was in 35 Jahren auf der Welt los ist. Ein hoher garantierter Rentenfaktor sicher mir dann eine hohe garantierte Rente, die für die Altersvorsorge einfach wichtig ist!

WWK

Die WWK hat mit ihrer Rürup Rente "WWK BasisRente invest FV08" deutlich höhere Gesamtkosten als die vorherigen Anbieter. Sowohl die Produktkosten der WWK und die hohen Fondskosten - dadurch bedingt, dass es nur aktiv gemanagte Fonds gibt - sind deutlich zu hoch. Da nützt auch der höchste RGF im Vergleich nichts, wenn in der Ansparphase durch die erhöhten Kosten zu wenig Kapital gebildet wird. Aus diesen Gründen m.M.n. leider nicht empfehlenswert!

Württembergische

Die Württembergische (Tarif "Genius BasisRente FBRH") bietet zwar ETFs an (ca. 10 Stück - gute Auswahl), jedoch ist die Kostenbelastung des Versicherungsmantels deutlich zu hoch! Noch dazu ist der garantierte Rentenfaktor extrem niedrig, was dazu führt dass die garantierte Rente viel zu niedrig ausfällt! Dagegen ist der mögliche Rentenfaktor zwar im ersten Moment sehr hoch, aufgrund der vergleichsweise hohen Kostenbelastung landet aber auch hier die Württembergische nur im letzten Drittel! Meiner Meinung nach nicht empfehlenswert!

Generali Deutschland Lebensversicherung / ehem. AachenMünchener Lebensversicherung

Sowohl die Produktkosten, als auch die Fondskosten - bedingt dadurch, dass es nur aktiv gemanagte Fonds gibt - führen dazu, dass die Rürup Rente "Vermögensaufbau" der Generali Deutschland Lebensversicherung in diesem Vergleich nicht gut abschneidet. Die Produktkosten sind ähnlich hoch wie die der Württembergischen. Leider bietet die Generali aktuell leider immer noch keine ETFs an, weswegen auch die Fondskosten zusätzlich ins Gewicht fallen. Leider ist auch der garantierte Rentenfaktor recht niedrig. Positiv hervorzuheben ist die maximale RGZ von 33 Jahren. Ingesamt ist die Rürup Rente der Generali Deutschland Lebensversicherung / ehem. AachenMünchener Lebensversicherung meiner Meinung nach daher nicht empfehlenswert - die Kostenbelastung ist einfach nicht mehr zeitgemäß - ähnlich dem Vermögensaufbau- und Sicherheitplan als private Rentenversicherung!

AXA

Das Schlusslicht macht defintiv die AXA. Die Rürup Rente der AXA (Tarif "AXA Fonds-BasisRente") hat in obigen Vergleich mit Abstand die höchste Gesamtkostenquote. Mit über 2% jährliche Effektivkosten allein im Versicherungsmantel lässt sich hier auch nichts mehr schön reden. Auch der garantierte Rentenfaktor ist sehr niedrig und führt mit den wahnsinnig hohen Kosten dazu, dass dieser Tarif die niedrigste Gesamtrente bietet. Auch der vergleichsweise recht hohe mögliche Rentenfaktor bringt hier keine Schadensbegrenzung. Leider ist der Anbieter meiner Meinung nach aufgrund der Kostenbelastung und der bescheidenen Fondsauswahl überhaupt nicht als Rürup Rente / für die Altersvorsorge geeignet!

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Ich hoffe, dass ich dir im ersten Schritt mit meinem Artikel weiterhelfen konnte!

 

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