Kindersparplan

Du möchtest für dein Kind bzw. Enkelkind bis zum 18. Geburtstag oder Ausbildungsende einen gewissen Betrag monatlich oder einmalig sparen? Ich zeige dir, welche Möglichkeiten es noch gibt - in Zeiten von Niedrigzins - das Geld für seine Liebsten rentabel anzusparen.

Die Zeiten, in denen es auf dem Sparbuch, dem Girokonto oder auf dem Bausparer noch richtige gute Zinsen gibt, sind leider längst vorbei. Während es vor 15-20 Jahren bei diesen Anlagemöglichkeiten noch ordentliche Renditen gab, bieten diese Anlagemöglichkeiten heutzutage keine bzw. keine nennenswerten Zinsen mehr.

Anforderungen - Rahmenbedingungen

Erfahrungsgemäß sparen die (Groß-) Eltern für die Kleinen auf einem ganz normalen Girokonto bzw. Sparbuch. Diese beiden Konten bringen zwar wie bereits geschrieben keine Zinsen mehr, jedoch ist es für meine Kunden erfahrungsgemäß sehr wichtig, dass die Anlage flexibel ist - das heißt, dass sowohl der Beitrag flexibel nach oben oder unten geändert werden kann, das Geld jederzeit verfügbar ist und dass auch jederzeit Zuzahlungen bzw. Entnahmen getätigt werden können.

Die meisten Sparer verzichten leider langfristig auf Rendite, da diese Flexibilitäten nicht nur ein Girokonto bzw. Sparbuch mit sich bringt.

welche Möglichkeiten gibt es noch?

Wie bereits oben geschrieben, machen die klassischen Anlagen wie Sparbuch, Bausparer und Co. keinen Sinn mehr, da dadurch aktuell nicht mal mehr die Inflation ausgeglichen wird.

Welche Sparmöglichkeiten bieten sich dann heutzutage überhaupt noch an?

Meiner Meinung nach gibt es  noch zwei vernünftige Lösungen, wie man für seine Kinder bzw. Enkelkinder Vermögen aufbaut:

 

1. ein Investment Depot

2. eine fondsgebundene Rentenversicherung

 

In beiden Lösungen sparst du in Aktienfonds - beide haben ihre Berechtigung - beide haben Vor- und Nachteile. Ziel ist es, dass du nach dem Artikel selbst abwägen kannst, welche Variante die bessere für dich ist. Da es heutzutage fast keine Möglichkeiten gibt, das Geld garantiert anzulegen und sich die Aktienmärkte auf Dauer um Längen besser entwickeln, solltest du den monatlichen Betrag in Fonds anlegen - hier sind Renditen von 4% - 8% p.a. realistisch. 

Vergleich Depot - Versicherung

Ausgangslage ist, dass die nächsten 18 Jahre für das Kind monatlich 50 EUR angespart werden sollen, damit für Führerschein, Auto oder Ausbildung - zumindestens zum Teil - vorgesorgt ist. Es wird eine durchschnittliche Rendite von 6% p.a. angenommen.

In dem Vergleich sieht man recht schnell, dass sich beide Varianten nicht groß voneinander unterscheiden. Nach Steuern ist gerade mal ein Unterschied von rund 140 EUR vorhanden - zugunsten des Depots. Dies liegt daran, dass das Depot zunächst geringere Kosten hat - der Versicherungsmantel kostet etwas mehr während der Gesamtlaufzeit - 450 EUR zu 1.031 EUR!

Zuzahlungen während der Laufzeit

In der Praxis sieht es so aus, dass während der Vertragsdauer nicht nur der monatliche Beitrag in den Vertrag fließt, sondern regelmäßig auch Zuzahlungen getätigt werden.

Sei es Weihnachten, der Geburtstag, Kommunion, Konfirmation, Geldgeschenke von Oma und Opa usw. Während die Kinder erwachsen werden, gibt es viele Anlässe, an denen sie Geld geschenkt bekommen. Dieses landet dann im Normalfall wieder auf dem Girokonto oder dem Sparbuch, das leider nichts mehr bringt wie wir bereits wissen.

Deshalb habe ich nochmal einen Vergleich erstellt, bei dem zu Beginn 3.000 EUR einmalig mit angelegt werden. Dies soll ein Gesamtmix für die komplette Laufzeit darstellen. Erfahrungsgemäß wird insgesamt eine größere Zuzahlung während der Vertragsdauer getätigt.

Jetzt hat sich das Blatt ein wenig gewendet. Die Zuzahlung führt dazu, dass sich die Rentenversicherung etwas mehr lohnt - aber auch wie in dem anderen Beispiel nur minimal nach Steuern.

 

Foglich: Je mehr Zuzahlungen während der gesamten Dauer getätigt werden, desto besser entwickelt sich die Versicherung im Vergleich zum Depot und das obwohl der Versicherungsmantel ingesamt mehr Kosten verursacht - Dies hängt mit den Steuerbegünstigungen zusammen, die es im Depot nicht gibt.

ist jetzt das Depot oder die Versicherung besser?

Beide Varianten haben die gleichen Eigenschaften im Bezug auf die Flexibilität. Du kannst jederzeit:

- den Beitrag flexibel wählen

- Zuzahlungen oder Entnahmen tätigen

- 100% über das gesamte Guthaben verfügen

- den Vertrag bis zum Rentenalter des Kindes verlängern

Auch bei den Ablaufwerten nehmen sich beide Lösungen nicht viel. In der einen Variante schneidet das Depot besser ab, in der anderen die Rentenversicherung. Bis dahin ist es also fast egal, für welche Variante du dich entscheidest.

Es gibt aber noch einen wichtigen Faktor, der entscheidend sein kann!

 

In vielen Fällen ist es so, dass das Kind nach der Ausbildung oder dem Studium den Vertrag selbst fortführen möchte bzw. die (Groß-) Eltern nicht das gesamte Guthaben für das Kind benötigen. In diesen Fällen soll der Vertrag  bis zum Rentenalter des Kindes fortgeführt werden und sich weiter verzinsen!

Szenario 1: Es bleiben 10.000 EUR Restguthaben im Vertrag, der Vertrag wird nicht mehr weiter bespart und läuft bis zum Rentenalter des Kindes.

Szenario 2: Es bleiben 10.000 EUR Restguthaben im Vertrag, das Kind bespart den Vertrag unverändert weiter bis zum Rentenalter.

Szenario 1 - Guthaben bis zum Rentenalter liegen lassen

Bis zum Ende der Laufzeit werden aus den ursprünglichen 10.000 EUR Einmalbeitrag im Depot 94.300 EUR und in der Rentenversicherung 111.233 EUR - eine schöne Summe für den Rentenbeginn!

 

In diesem Vergleich kann die Versicherungslösung deutlich punkten. Noch dazu muss das dann verfügbare Guthaben nicht auf einmal entnommen werden, sondern kann weiterhin stehen bleiben und bei Bedarf Entnahmen getätigt werden. Somit entgeht man der Steuerbelastung, die in dem Vergleich zu sehen ist.

Szenario 2 - Vertrag wird weiter bespart

Wenn das Kind den Vertrag mit den monatlich 50 EUR weiter besparen würde, würden im Depot ca. 206.300 EUR zur Verfügung stehen und in der Rentenversicherung 240.900 EUR - über 34.000 EUR Differenz zugunsten der Versicherung. Je mehr gespart wird, desto größer wird die Differenz zum Investment Depot, obwohl die Kosten für den Versicherungsmantel deutlich höher sind!

Empfehlung Kindersparplan

Eine klare Empfehlung kann hier nicht gegeben werden, denn sowohl Depot als auch Rentenversicherung erzielen ähnliche Ablaufwerte! Die Tendenz geht trotzdem zur Versicherungslösung, da diese nach 18 Jahren nicht schlechter da steht als das reine Depot - bei Fortführung des Vertrages jedoch eine deutliche höhere Ablaufleistung - aufgrund der Steuererleichterungen - bietet als das Depot und das trotz der höheren laufenden Kosten des Versicherungsmantels (Produktkosten). Insgesamt überwiegen langfristig etwas die Vorteile der Kindersparplan Rentenversicherung.

Wichtig! Dieser Vergleich basiert auf einem Vergleich mit einem sehr kostengünstigen Nettoversicherer, bei dem die laufenden Kosten im Versicherungsmantel auf ein Minimum reduziert wurden. Bei anderen Gesellschaften kann der Vergleich deutlich anders ausschauen!

Möchtest auch Du von einem unabhängigen Finanzberater ein konkretes Angebot zu einem Depot oder zur Rentenversicherung als Kindersparplan erhalten, dann melde dich einfach bei mir!